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was habt ihr eigentlich für ein geschäftsmodell?

this is a trackback to a german swiss blogpost, so it is in german. there will be english posts on this topic, too. sooner or later

brrr. allein die frage löst eine gänsehaut aus. wir sind eine band, kein startup. wir arbeiten, wie andere leute auch und machen nebenbei musik. wie andere leute auch. und das macht spass. wie andere sachen auch. wenn ich dauernd fragen würde, wo denn der TURNOVER bleibt, würde ich das nicht machen. aber ich mache es trotzdem.

woher kommt denn überhaupt die frage? es gibt ein schweizer »magazin für bessere musik« namens 78s. dort ist vor 14 tagen ein artikel über geschäftsmodelle von musikschaffenden erschienen: Die CD ist tot, lang lebe – ja, was eigentlich?. und ich kann nicht anders, ich muss dazu ein bisschen senf ablassen.

1) entweder ich habe etwas, was ich verkaufen kann, dann kann ich einen preis dafür verlangen und gut. wenn ich den preis nicht kriege, muss ich mich entweder mit dem zufrieden geben, was ich kriege, oder gucken, ob ich noch etwas anderes verkaufen kann. ein geschäftsmodell ist das nicht.

2) wenn ich eine gute idee habe und brauche dafür geld, dann muss ich jemanden finden, der die idee finanziert. wenn ich glück habe, finde ich jemanden, der die idee gut findet und sein geld wiederhaben will. wenn ich pech habe, versteht er die idee eh nicht, findet sie aber genau dann gut, sobald er mit meiner idee noch mehr geld verdienen kann. genau dafür brauche dann ich ein geschäftsmodell.

667 gibt es seit 10 jahren ohne geschäftsmodell. unsere auftritte müssen genug geld einbringen, dass wir einigermassen vernünftige aufnahmen machen können, die wir dann selbstgebrannt zum selbstkostenpreis, als mp3s zum freien download, und als aiff in CD-qualität über itunes und konsorten unter das volk bringen. damit haben wir im letzten jahr einen umsatz von $ 3,76 gemacht, und das ist nicht viel. aber hatten ein paar schicke auftritte, haben ein paar nette aufnahmen machen können und hatten unseren spass. was kann man sonst wollen?

mit musik seinen lebensunterhalt zu finanzieren ist zwar möglich, aber nicht unproblematisch. ich empfehle in diesem zusammenhang die lektüre von »fleisch ist mein gemüse« (Roman, Reinbek, 2004, ISBN 3-499-23711-3) von heinz strunk.

blog - 2009-03-26 - hcl - Comments (0)
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